Meine Oma Berta und ich

Meine Oma Berta gab mir immer die Liebe, die Wärme und das Gefühl, sicher zu sein. Sie hatte eine kleine Wohnunug in einem oberschlesieschen Bergarbeiterort, lebte allein: ihr Mann, mein Opa Paul, war im Krieg verschollen. Ich und meine Schwestern liebten die Tage bei Oma Berta: unbeschwert, ohne strenge Regeln, das einfache Schmalzbrot, das gemeinsame Bett und die Gutenachtgeschichten. Als ich 14 wurde, verreiste Oma Berta nach Deutschland um ihre Schwester zu besuchen. Sie kam nie wieder zurück. Eine heimtückische, plötzliche Krankheit wurde stärker als Sie. Und ich sah meine liebe Oma niemals mehr. Sie wurde in Vechta begraben. Ich besuchte kurz darauf Ihren Grab und sagte mir schon damals: " Für Dich, Oma, möchte ich irgendwann was Schönes für ältere Menschen tun". Es vergingen Jahre, ich verliebte mich in meinem Mann, studierte, wanderte nach Deutschland aus, wurde Mutter von zwei wunderbaren Töchtern, arbeitete in einem großen Verlagshaus. Und doch, trozt all' dem großen Glück, wurde mir eines Tages klar, was ich noch tun möchte. Ich gründete im Jahre 2008 "Seniorenpflege mit Herz" um den älteren, pflegebedürftigen Menschen zu ermöglichen, ihren Lebensabend zu Hause zu verbringen: mit ihren Kindern, Enkeln, Urenkeln. Seit dreizehn Jahren bin ich jetzt dabei und habe keinen einzigen Tag bereut... Die lieben Menschen, ihre Geschichten, ihre Blicke... Sie sind so dankbar und ich habe das Gefühl, etwas Gutes machen zu dürfen. Es bereichert mein Leben und trotz aller Schwierigkeiten, scheinbar unlösbaren Problemen, die jetzt auch die Pandemie mit sich bringt, bleibe ich von meinem ganzen Herzen für Sie tätig. Es sind keine Flossken, so ist's halt, wenn man liebt.

 

Aleksandra Duda, "Seniorenpflege mit Herz"

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Seniorenpflege mit Herz