24h Pflege daheim
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Pflegereform 2017 - was muss ich wissen?

Statt Pflegestufen gibt es seit diesem Jahr Pflegegrade. Diejenigen, die bereits im letzten Jahr eine Pflegestufe hatten, wurden automatisch in einen der Pflegegrade umgestuft. Wer allerdings jetzt erst eine Pflegestufe beantragt, muss sich dem Medizinischem Dienst der Krankenversicherung (MDK) stellen.

 

Wie läuft eine Beurteilung durch den MDK ab?

Hat jemand bei der Pflegekasse einen Antrag auf Leistungen gestellt, teilt der MDK einen Termin zur Begutachtung mit. Der Gutachter kommt also nach Hause oder in das Pflegeheim und ermittelt dann die Pflegebedürftigkeit.

 

Was hat sich bei der Begutachtung der Pflegebedürftigkeit geändert?

Bis Ende 2016 wurde der Hilfsbedarf daran gemessen, wie viele Minuten Hilfe täglich benötigt wurden. Nun ist maßgeblich, inwieweit jemand tägliche Anforderungen selbstständig bewältigen kann. Das Gutachten berücksichtigt körperliche, aber auch geistige und psychische Einschränkungen. Die Beeinträchtigungen werden in sechs Lebensbereichen geprüft und mit Punkten bewertet. Die Anzahl der Punkte entscheidet über den Pflegegrad. Die Regel: je stärker jemad beeinträchtigt ist, desto höher fällt der Pflegegrad aus. Durch die Pflegereform wurden auch viele Leistungen der Pflegeversicherung erhöht.

 

Wie wird die Bedürftigkeit ermittelt?

Zum einen wird der Gutachter mit dem Pflegebedürftigen reden und ihn zu vielen Punkten genau befragen. Dies können auch sehr intime Fragen sein, etwa ob die Toilette allein aufgesucht werden kann. Möglich ist aber auch, dass bestimmte Situationen nachgestellt werden sollen. Der Pflegebedürftige soll dann etwa zeigen, ob er die Schuhe selbstständig anziehen kann.

 

Sollte man schon bestimmte Unterlagen bereitlegen?

Berichte von Ärzten oder Entlassungsbericht aus der Klinik können vorgelegt werden. Sind die Unterlagen nicht direkt zur Hand, müssen diese aber nicht extra angefordert werden.

 

Kann man sich auf das Gutachten vorbereiten?

Sinnvol ist es, sich vorab zu erkundigen, was für die Leistungsbewilligung entscheidend ist. Infomaterialien gibt es beim Bundesgesundheitsministerium oder bei MDK selbst. Empfehlenswert sind die Internetseiten: www.pflegestaerkungsgesetz.de

www.pflegebegutachtung.de

Wichtig ist aber auch, dass jemand dabei ist, der die Betroffenen kennt und mit der Pflege vertraut ist. Das können die Kinder sein, aber auch anderes Pflegepersonal.

 

Und wenn man keine Hilfe von  Verwandten oder Freunden bekommt?

Hier können die Pflegestützpunkte helfen. Da diese regional sehr unterschiedlich organisiert sind, sollte man znächst bei der Pflegekasse nachfragen, wer zuständig ist.

 

Wie geht es weiter, wenn der Besuch vorbei ist?

Der MDK-Mitarbeiter erstellt das Gutachten und schickt es an die Pflegekasse. Diese entscheidet letztendlich über den Pflegegrad und schickt den Bescheid an den Versicherten.

 

Gibt es Fristen für die Bearbeitung eines Pflegeantrags?

Wegen der Umstellung bei der Beurteilung der neuen Pflegegrade gibt es im Moment keine Frist. Es sei denn, es liegt ein sehr dringlicher Fall vor.

 

Kann ich Widerspruch gegen den Bescheid einlegen?

Ja, man muss dabei aber die Widerspruchsfrist von einem Monat einhalten. Wer Zweifel hat, kann sich Hilfe holen. In einigen Bundesländern können die Verbraucherzentralen helfen. Auch der Sozialverband VdK Deutschland, andere Sozialverbände und Rechtsanwälte können weiterhelfen.

 

 

 

 

 

 

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